Intoleranz in Coronazeiten
Leben mit Kindern

Macht Corona intolerant?

Die aktuelle Situation ist nicht lustig.

 

Wer weiß, wann und wie die Viren unter Kontrolle gebracht werden. Doch brauchen wir noch mehr Intoleranz als üblich? Ist es nötig, sich ernsthaft um Hefe, Nudeln oder etwa Toilettenpapier zu klopfen? Und, viel wichtiger: Ist es nötig, Kinder zu dämonisieren?

Oder, irre ich mich? Macht Corona doch nicht intolerant? Mir scheint, als seien Kinder in den Augen anderer plötzlich Monster, bei deren Anblick flanierende Rentner gerne hektisch die Straßenseite wechseln oder uns Eltern dezent höflich darauf hinweisen, den virenschleudernden Nachwuchs bitte, wenn möglich vakuumiert, unter Verschluss zu halten (Zitat: Lass dein Balg bloß zu Hause!). Warum so unfreundlich? Plötzlich prangen an manchen Supermarkttüren Schilder, die Kindern den Zutritt verwehren.

Wir müssen draußen bleiben.

Sind die Kinder schuld?

Waren es etwa die Kinder, die in tosender Menge Karneval gefeiert, mit zig anderen Fußballfans Schulter an Schulter im Stadion gegrölt oder beim Après-Ski dicht gedrängt (im doppelten Sinne) und virengleichgültig die Sau rausgelassen haben?

Woran liegt diese neu aufgekeimte Kinderfeindlichkeit? Sind Kinder aus virologischer Sicht tatsächlich gefährlicher als Andere? Weil sie keine Symptome zeigen, dennoch ansteckbar sein können? Gilt das nicht auch für Erwachsene, sprich können nicht auch Erwachsene symptomfrei erkranken und zu einem nicht erkennbaren Risiko werden? Wer mir medizinisch fundierte Antworten geben kann, darf dies gerne tun.

Hinzu kommen die bösen Eltern

Ein zweiter Punkt, über den ich seit einiger Zeit nachdenke:

Dass Eltern, insbesondere Mütter, im Berufsleben nicht immer die besten Karten haben, wissen wir nicht erst seit gestern. Zur gewohnten Situation gesellt sich das Novum, dass Eltern, die wegen der wochenlangen Schulschließung zu Homeschooling und Homeoffice verdonnert werden, von kinderlosen Kollegen missmutig beäugt werden. Weil sie auch gern im Homeoffice tätig wären. Ob dieses Privileg tatsächlich nur Eltern vorbehalten ist, weiß ich nicht. Manche Unternehmen handhaben dies wohl so. Als Mutter von vier schulpflichtigen Kindern darf ich aber sagen: Eventueller Neid ist nicht gerechtfertigt. Es ist nicht lustig, überhaupt nicht lustig, dies alles unter einen Hut bringen zu müssen.

Mit Arbeiten oder gar Erholung hat das rein nichts zu tun.

 

Liebe missmutige Mitmenschen!

Ihr werdet uns noch dankbar sein! Denn wenn wir einem im Netz kursierenden Witz Glauben schenken können, werden es bei länger anhaltender Schulschließung wir Eltern sein, die noch vor der Wissenschaft einen Impfstoff entwickeln.

Also: etwas freundlicher bitte!

Denn Intoleranz in Zeiten von Corona muss nicht sein.

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