
Tür zu, Problem gelöst
Selbstschließende Schranktüren erobern Jugendzimmer
Offene Schränke, herausgezogene Schubladen, Kleidungsstücke entweder wild übereinander gestapelt oder auf dem Boden verstreut; ein Anblick, der vielen Teenagereltern bekannt sein dürfte und hin und wieder oder öfter für Konflikte zwischen den Generationen sorgt. Was die Jugend praktisch findet – eine offene Tür muss man nicht erst aufmachen – ist Mama und Papa ein Dorn im Auge.
IKEAs Entwicklungsabteilung ist es nun gelungen, mit einer bahnbrechenden Erfindung einen der potentiellen Konfliktpunkte aus dem Weg zu räumen: ein Schranksystem, dessen Schubladen und Türen sich ohne großes Zutun der Nutzer schließen. In Anlehnung an das Nutzungsverhalten bei Handy & Co. genügt fortan ein Wisch in der Luft in etwa einem Meter Entfernung. Was als eine technische Detailverbesserung gedacht war, wird in Elternkreisen als Meilenstein gefeiert. Erstmals sei es gelungen, ein zentrales Problem des Familienalltags ohne erzieherische Maßnahmen zu lösen.
Zweite Entwicklungsstufe in Vorbereitung – selbstorientierte Kleidung
Aus Insiderkreisen wurde bekannt, dass es sich dabei lediglich um den Auftakt eines umfassenderen Vorhabens handelt. In Zusammenarbeit mit einem Textilhersteller, dessen Name bislang nicht öffentlich bekannt ist, werde an Kleidung gearbeitet, die ihren Zustand eigenständig erkennt und sich entsprechend selbst sortiert. Saubere Kleidungsstücke sollen sich demnach gefaltet in den Schrank begeben, verschmutzte Kleidung den Weg in den Wäschekorb finden.
Ein Abschluss der Entwicklung ist nach derzeitigem Stand nicht absehbar. Als technisch besonders anspruchsvoll gilt in Fachkreisen die Einordnung von Kleidungsstücken, die „nur kurz angehabt“ wurden; allein der Begriff „kurz“ lässt bereits Raum für unterschiedliche Ansichten: wenige Minuten oder noch kürzer bis hin zu ein paar Stunden.
Diese Kategorie „kurz getragen“ wird typischerweise über Stuhllehnen abgelegt und entzieht sich bislang einer eindeutigen Zuordnung. Ungeklärt ist zudem der Umgang mit Textilien, die über einen längeren Zeitraum unter Betten gelagert wurden.
Ob sich weitere Haushaltsbereiche, etwa das Ausräumen der Spülmaschine, künftig ebenfalls automatisieren lassen, ist bislang offen.
