Leben mit Kindern,  Studium,  Vereinbarkeit Familie & Beruf

Studium mit Kind? – Teil 1

KIND & STUDIUM? NA KLAR!

Vor 5 Jahren habe ich – als Mutter von 2 Säuglingen & 2 Kleinkindern- mein BWL-Studium begonnen.

 

Und erfolgreich abgeschlossen. Das klingt für sich genommen nicht besonders spektakulär. Das tun viele. Vielleicht bekommt die Aussage einen anderen Klang, wenn ich erwähne, dass drei Monate vor Beginn dieses – meines zweiten – Studiums unsere Zwillinge geboren wurden und wir bereits zwei Töchter im zarten Alter von zwei und vier Jahren hatten. Ich möchte hier nicht die Supermom rauskehren, sondern andere Mütter ermutigen. Tut das, wozu ihr Lust habt! Verbringt Zeit mit euren Kindern, besucht jeden erdenklichen Mutter-Kind-Kurs oder lasst es bleiben, geht stundenlang spazieren, gründet ein eigenes Business, startet ein Studium oder lebt in den Tag hinein. Wenn ihr glücklich seid, egal womit, sind es eure Kinder auch.

 

Studium Nummer 1 – die kinderlose Jurastudentin

Mein erstes Studium, Jura, gestaltete sich im Hinblick auf die äußeren Gegebenheiten einfach. Die Materie war zwar weitaus umfangreicher und anspruchsvoller als mein späteres Studienfach. Aber im Unterschied zum BWL-Studium konnte ich mich voll und ganz dem Büffeln von Paragraphen widmen, wenn ich es denn wollte. In den ersten Semestern wollte ich nicht und einen Hörsaal habe ich selten von innen gesehen. Da waren andere Dinge des süßen Studentenlebens weitaus wichtiger. Viel gefeiert, wenig gelernt, trifft es wohl am besten.

 

 

 

Doch auch die beste Party ist mal vorüber und da ich in der Uni-Anfangsphase nichts hatte anbrennen lassen, fiel es mir dann nicht allzu schwer, den Großteil meiner Zeit vor dem ersten und zweiten Staatsexamen mit Lehr- und Gesetzesbüchern zu verbringen. Unmengen an Wissen muss angehäuft werden, um das Examen überhaupt zu schaffen. Und wer es gut oder gar sehr gut bestehen möchte, muss sich noch mehr reinhängen und über Monate, vielleicht sogar Jahre vor den alles entscheidenden Prüfungen fast ausschließlich mit Paragraphen, Rechtsprechung, herrschender und Mindermeinung und Klausurenschreiben beschäftigen. Ohne Kinder und andere Verpflichtungen war es damals kein Problem, dem Studium absolute Priorität einzuräumen.

 

 

Es war eine Selbstverständlichkeit, nachts durch- und an Wochenenden auszuschlafen und mich tagsüber, wenn gewünscht auch an sieben Tagen der Woche, stundenlang in meinem juristischen Mikrokosmos zu verkriechen. Dieser Luxus, weitgehend störungsfrei ein Studium durchziehen zu können, war mir damals nicht bewusst. Zur Verteidigung kann ich vorbringen, dass die meisten Studenten Anfang Zwanzig, frei und kinderlos, ihre Unabhängigkeit ebenfalls nicht zu schätzen wussten.

 

Referendariat – hallo, junge Eltern!

Im Referendariat, der praktischen Ausbildungszeit zwischen dem ersten und dem zweiten Staatsexamen, traf ich auf junge Eltern. Diese waren trotz – oder vielleicht wegen des Kindes? – besser organisiert, besser strukturiert und vor allem unglaublich fokussiert. Sie wollten das Examen schaffen. Das wollten natürlich alle. Doch die Eltern schienen ihr Ziel viel klarer vor Augen zu haben und verfolgten es auch vehementer als ihre kinderlosen Kollegen.

 

Erster Job – kein Platz für anderes

Während der ersten Berufstätigkeit wäre mir nicht in den Sinn gekommen, noch einmal zu studieren. Nach Jahren der Büffelei war ich froh, das eine Studium erfolgreich abgeschlossen zu haben. Auch war mein erster Job zu zeitintensiv als dass daneben noch etwas anderes Platz gehabt hätte. Wenn ich hin und wieder meine Freunde treffen oder meinen Hobbys nachgehen konnte, war ich glücklich.

 

Zweiter Job als Mutter – das weitere Studium im Hinterkopf

Im zweiten Job war ich erst schwanger und anschließend junge Mutter. Andere Dinge hatten Priorität.

Was ich aber stets wusste: Ich mochte und mag Zahlen, Buchhaltung, Bilanzen. In meinem Kopf schwelte immer die Idee, zusätzlich BWL zu studieren. Außerdem wollte ich die sprachlichen und fachlichen Barrieren überwinden, die zwischen Juristen und Kollegen anderer Abteilungen bestanden und die Betriebswirtschaftslehre erschien mir ein gutes Mittel zur besseren Verständigung. Doch wann wollte ich mir diese Sprache aneignen?

 

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen war, könnt ihr im zweiten Teil des Artikels nachlesen.
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