Kindererziehung,  Kindergarten,  Leben mit Kindern

Sandkasten statt Schulbank


Behörde macht’s möglich

Viktoria und Max S., dreifache Eltern, können ihr Glück kaum fassen, als sie den Brief der Stadt öffnen: Zusage für einen Kindergartenplatz ab dem kommenden Herbst. Das Paar jubelt, zumindest kurz. Der Brief betrifft nicht die dreijährigen Lena. Den Platz soll Luisa, 11, erhalten. Nach zehn Jahren Wartezeit.

Das Kind, für das die Anmeldung einst ausgefüllt wurde, packt inzwischen das Matheheft für die 5. Klasse ein und redet über TikTok-Trends statt über Sandkastengeheimnisse.

Die große Entscheidung: Sandkasten oder Schulbank?

Das Dilemma ist perfekt. Soll das junge Fräulein noch einmal das Leben zwischen Bauklötzen und Mittagsschlaf genießen? Oder bleibt es doch lieber bei Lateinvokabeln und Quadratzahlen? Die Eltern sind planlos. Die Großeltern raten zu Dankbarkeit, schließlich könne sich Luisa immer noch nicht richtig die Schuhe binden. Nachbarn gratulieren ebenfalls, viele mussten schließlich selbst schon auf eine neue Hüfte warten, bevor sie einen Kita-Platz für ihre Enkel ergattern konnten.

Vorteile für Spätstarter

  • Nach einer langen Nacht am Smartphone kann ein Mittagsschlaf durchaus attraktiv sein.
  • Motorische Fähigkeiten, wie Dreipunkt-Stifthaltung oder Schleifenbinden, können noch einmal von Grund auf erlernt werden.
  • Grundlegende Verhaltensformen, wie Höflichkeit oder Essmanieren, können, sofern noch nicht vorhanden oder wieder verlernt, nähergebracht werden.

Fazit: Lieber spät als nie?

Zehn Jahre Wartezeit. Nicht nur Zahl, sondern Lebensphilosophie? Vielleicht ist es Zeit für einen Perspektivwechsel: Der Kindergartenplatz ist nicht nur ein Betreuungsangebot, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung. Nächstes Jahr, so munkeln Informierte in Elternkreisen, ist dann ein Platz in der Krabbelgruppe frei, für den achtjährigen Ludwig, der beim Sozialverhalten noch ein paar Defizite hat. Und die dreijährige Lena? Die könnte angesichts ihrer Hochbegabung locker den Platz in der 5. Klasse ihrer Schwester einnehmen. Den Kindergartenplatz bekommt sie leider nicht, da sie auf der Warteliste viele tausend Nummern hinter der großen Schwester steht.

Man darf gespannt sein, wie sich Viktoria und Max S. entscheiden.


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